Kaufberatung
Welche Teleskopstangen sind für die Solarreinigung geeignet ?
Es gibt Teleskopstangen aus Aluminium, aus Glasfaser, aus Glasfaser/Karbon
Bei der Frage, für welche Teleskopstange man sich entscheidet, dürfte der wichtigste Faktor die Länge der Stange sein, die man für die Reinigung der PV Anlage braucht.
Hier gilt als grober Richtwert:
- Aluminium: bis 10m
- Glasfaser: bis 8m
- Glasfaser/Karbon: bis 9m
- Karbon: bis 16m / 20m
Worauf begründen sich diese unterschiedlichen Reichweiten ?
Die Antwort: in der Steifigkeit des Materials. Die Steifigkeit lässt sich in "LDR" ( Length Deflection Ratio) messen
Je höhrer der LDR Wert, desto steifer ist die Stange:
- Aluminium: 19,3
- Glasfaser: 15,2
- Glasfaser/Karbon: 18,6
- Karbon: 28,3, hartes Karbon sogar 49,6
Damit biegt sich eine ca. 6 Meter lange Teleskopstange aus:
- Aluminium: ca. 23cm
- Glasfaser: ca. 29cm
- Glasfaser/Karbon: ca. 21cm
- Karbon: ca. 19cm , hartes Karbon ca. 12cm
Das Gewicht einer ca. 6m langen Stange:
- Aluminium: ca. 2kg
- Glasfaser: ca. 1,7 kg
- Glasfaser/Karbon: ca. 1,7 kg
- Karbon: ca. 1,6 kg , hartes Karbon ca. 1,5 kg
Eine ca. 6m lange Teleskopstange kostet wie folgt:
- Aluminium: ca. 83 Euro
- Glasfaser: ca. 161 Euro
- Glasfaser/Karbon: ca. 389
- Karbon: ca. 648 Euro , hartes Karbon ca. 1042 Euro
Aus diesen Fakten lässt sich ableiten, dass das Preis-Leistungsverhältnis einer Aluminium Teleskopstange unschlagbar ist. Wer jedoch etwas Gewicht einsparen möchte und darauf Wert legt, dass sich die Stange eine hohe Steifigkeit hat, der kann sich überlegen ob er dann einen 7 x höheren Preis, als eine Alu Stange kosten würde, für eine Karbon Stange auszugeben
Rotierende Bürste oder Waschbürste?
Die Antwort auf die Frage: Das hängt davon ab....
und zwar von zwei Faktoren:
zum Einen: dem Verschmutzungsgrad der Anlage zum Anderen: von der Länge der Stange
Zunächst zur Länger der Stange:
Bei Längen bis 8m gilt:
Sie arbeiten schneller und effizenter mit einer normalen Teleskopstange mit Waschbürste. Dieses Reinigunssystem ist leicht und lässt sich ohne Probleme auch seitwärts bewegen.
Nur bei Längen über 8m gilt:
Die Seitwärtsbewegungen mit der Stange werden ungenau. Durch das sich durchbiegende Stangensystem ist vorne bei der Bürste kaum noch Druck auf der zu reinigenden Fläche.
Hier ist die rotierende Bürste im Vorteil: Sie ist schwer und hat damit auch bei großen Längen noch genug Anpressdruck. Das Stangensystem für die rotierende Bürste ist wesentlich massiver und biegt sich zwar auch durch, aber nicht in dem Umfang wie eine Teleskopstange aus Aluminium oder Glasfaser .
Natürlich ist die rotierende Bürste samt Stange schwerer, als ein Stangensystem mit Waschbürste.
Dafür ist dann aber das Reinigungsergebnis deutlich besser.
Nun zu dem Verschmutzungsgrad der Anlage:
Wenn eine PV - Anlage stark verschmutzt ist, wie es z.B. auf Stalldächern der Fall sein kann, ist eine rotierende Bürste ebenfalls klar im Vorteil.
Muss man solche Anlagen mit einer Waschbürste reingen, darf man schon sehr oft hin und herschieben, bis das Panel richtig sauber ist.
Dieses Hin und Herschieben kann eine Rotationsbürste ersetzen. Man kann also ermüdungsfreier Arbeiten
Was gilt es beim Kauf einer rotierenden Bürste zu beachten?
Die Rotationsgewschindigkeit muss stimmen. Die Rotation soll ja die Handarbeit des mühsamen Hin- und Herschiebens ersetzen. Mit einer Rotationsgeschwindigkeit von mehr als 150 Umdrehungen pro Minute ist eine rotierende Bürste eine echte Hilfe.
Welche Anlage ist sinnvoll ?
Grundlegende Überlegungen zum Kauf einer Reinigungsanlage:
Grundsätzlich gilt:
Normale Anlagen (MiniSol, MaxiSol, etc.) sind preisgünstig in der Anschaffung, jedoch kostenintensiver im Unterhalt
Osmoseanlagen sind in der Anschaffung teurer, jedoch im Unterhalt außerordentlich günstig.
Daraus resultiert:
Weniganwender kaufen eine normale Anlage (MiniSol, MaxiSol, etc.)
Vielanwender sollten eine Osmoseanlage kaufen
Bei der Wahl der richtigen Reinigungsanlage ist die Schlauchlänge "Reinigungsanlage - Einsatzort auf dem Dach" sehr entscheidend.
Jede Osmoseanlage, die im Direct - Flow Betrieb arbeitet, (Das sind die Anlagen, die die benötigte Menge an Reinwasser sofort produzieren und zur wasserführenden Teleskopstange leiten) sollte nicht mit einem Schlauch länger als 50m betrieben werden und dies auch nur mit einem 9mm Schlauch (Innendurchmesser), da ansonsten zuwenig Wasser bei der Bürste ankommt. Auch sollte der Höhenunterschied "Standort der Reinigunganlage - Einsatzort auf dem Dach" nicht größer als max 10m sein.
Der Vorteil, den jedoch eine Osmoseanlage hat, sind die sehr geringen Folgekosten, da ausser Vorfiltern und Wasserverbrauch kaum Kosten anfallen.
Der Nachteil ist der recht hohe Wasserverbrauch. Sie können mit ca. 16 Liter Wasser pro Minute rechnen. (4L Reinwasser, 12L Abwasser) Sollten Sie über einen eigenen Brunnen verfügen, fällt dieser Posten natürlich nicht ins Gewicht. Desweitern muss eine Osmoseanlage alle 14 Tage einmal kurz in Betrieb genommen werden, da sonst die Membran Schaden nimmt. Sollte dies nicht möglich sein, muss Konservierungslösung in die Anlage gefüllt werden. Dann kann die Anlage für 6 Monate stehen.
Sollten Wege länger als 50m zu überbrücken sein, wird es das Beste sein, eine Mischbettharzanlage zu betreiben.
Durch das Vorschalten einer Kreiselpumpe kann ein sehr hoher Druck erzeugt werden, der das Wasser auch durch einen 6mm Schlauch noch bis in 100m Entfernung leitet und genügend Wasser bei der Bürste ankommen lässt.
Desweiteren ist der Wasserverbrauch mit max. 4 Liter pro Minute deutlich geringer.
Der Nachteil sind die Folgekosten: Mit einer 38 Liter Mischbettharzanlage kommen Sie bei Wasserhärte 10 d.H. ca. 3800 Liter weit. Dies entpricht bei einem Durchfluss von 4 Liter pro Minute einer Arbeitszeit von ca. 16 Stunden, bei einer Wasserhärte von 20 d. H. nur noch 8 Stunden. Der Austausch von 38 Liter Harz kostet ca. 180 Euro Brutto.